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Weltkrebstag 2020: Landeskrebsregister NRW - Datenerfassung im Dienste der Gesundheit

Anlässlich des Weltkrebstages am 04. Februar 2020 informiert das Landeskrebsregister NRW über seine Aufgaben und seine Rolle im Kampf gegen den Krebs.

Bochum, Gesundheitscampus –Die Welt-Krebsorganisation (Union for International Cancer Control) ruft anlässlich des Weltkrebstages dazu auf, verstärkt über Krebserkrankungen aufzuklären. Ziel ist es, die Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Krebs ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Das Motto für das Jahr 2020 lautet: „Ich bin und ich werde“. Damit wird die Früherkennung und die Prävention thematisiert. Alleine in Deutschland erkranken pro Jahr ca. 500.000 Menschen an Krebs. Fast die Hälfte an Erkrankungen könnten durch eine gesündere Lebensweise vermieden werden, d.h. gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung. Nach wie vor ist Krebs die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Jeder zweite Einwohner in NRW kann im Laufe seines Lebens mit einer Krebserkrankung rechnen. Gleichzeitig hängt das Erkrankungsrisiko stark vom Alter und der jeweiligen Tumorart ab.

Der Kampf gegen Krebs ist eine der wichtigsten Herausforderungen der gesundheitlichen Versorgung der Menschen in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland. Das Landeskrebsregister NRW (LKR NRW) übernimmt mit der Erfassung und Auswertung von onkologischen Daten hier eine zentrale Aufgabe. Ziel ist es, die Grundlagen für Prävention, Krebsfrüherkennung, Forschung und Verbesserung der Behandlungsqualität zu schaffen, um die Lebensqualität und die Überlebenschancen des Einzelnen zu verbessern. Es gehört mit seinem Einzugsgebiet von knapp 18. Mio. Menschen zu den größten Krebsregistern in Europa. „Damit stellt das LKR NRW eine Datenbasis für klinische und epidemiologische Auswertungen zur Verfügung, die Forschungsvorhaben zu Krebserkrankungen, Behandlungs- und Versorgungsqualität erst möglich machen,“ erläutert Prof. Dr. med. Andreas Stang, MPH, Ärztliche Leitung im Landeskrebsregister NRW.

Das LKR NRW hat die hoheitliche Aufgabe, die Diagnose-, Verlaufs- und Therapiedaten von Krebspatienten auf der gesetzlichen Grundlage des Landekrebsregistergesetzes (LKRG NRW 2016) zu erfassen. Die Diagnose-, Verlaufs- und Therapiemeldungen werden von Kliniken, onkologischen Praxen und niedergelassenen Ärzten an das LKR NRW gemeldet. Diese Melder erhalten neben regelmäßigen medizinischen Auswertungen eine Vergütung für ihre Meldetätigkeit. Der Meldevorgang selbst unterliegt den höchsten datenschutzrechtlichen Bestimmungen.

Die gemeldeten Daten werden in einem aufwändigen Verfahren im LKR NRW in persönliche und klinische Daten getrennt und verschlüsselt. Im weiteren Verlauf werden die Daten nach epidemiologischen und klinischen Kriterien ausgewertet. Die zentrale Aufgabe der epidemiologischen Auswertung ist die bevölkerungsbezogene Auswertung des Krebsgeschehens in Nordrhein-Westfalen. Die Ergebnisse werden sowohl für die Gesundheitsberichtserstattung als auch für interne und externe Forschungsprojekte genutzt. Bei der klinischen Auswertung liegt der Fokus auf der Behandlung von Krebserkrankungen. Hier werden der gesamte Verlauf und die Therapie der Erkrankung der einzelnen Patienten ausgewertet. Die Ergebnisse werden an die Leistungserbringer, die Kliniken, die onkologischen Praxen und die niedergelassenen Ärzte zurückgemeldet. Die regelmäßigen Rückmeldungen dienen der kontinuierlichen Verbesserung der Behandlungsqualität und der Therapieformen.

Die onkologischen Daten sind nicht nur die Grundlage für den jährlichen Krebsbericht, sondern auch die Basis für Forschung und Wissenschaft. Der aktuelle veröffentlichte Jahresbericht des LKR NRW beschreibt das Krebsgeschehen für das Diagnosejahr 2016, das sich auf die Jahre 2000 bis einschließlich 2016 bezieht. Der Bericht enthält epidemiologische Daten und Auswertungen zu Krebsneuerkrankungen und Krebssterbefällen in Nordrhein-Westfalen. Im Jahr 2016 sind in Nordrhein-Westfalen 55.060 Männer und 52.390 Frauen an Krebs (ohne nicht-melanotischen Hautkrebs) neu erkrankt. Dabei liegt das mittlere Erkrankungsalter (Median) bei Männern bei 70 Jahren und bei Frauen bei 68 Jahren. Das relative 5-Jahre-Überleben hat bei den häufigsten Krebsarten, dem Prostatakrebs bei Männern mit 86 % und dem Brustkrebs bei Frauen mit 91 % eine gute Prognose. Für häufige Krebserkrankungen werden auch Daten zur Krebsprävalenz und zum Überleben aufgeführt. Insgesamt werden Daten und Auswertungen zu den 20 häufigsten Krebserkrankungen präsentiert. Darüber hinaus werden Inzidenz und Mortalität auf regionalen Landkarten interaktiv für alle Regionen angezeigt. Der Jahresbericht steht unter www.landeskrebsregister.nrw der Öffentlichkeit zur Verfügung.

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