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LKR Newsletter Dezember 2024 / 51. KW
 

Sehr geehrte Damen und Herren, 

das Jahr 2024 können wir unter der Prämisse „das Bewährte erhalten und Neues wagen“ zusammenfassen. Unsere bewährten Arbeitsprozesse werden kontinuierlich auf Effizienz und Effektivität geprüft und weiter optimiert. Neues haben wir mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zur Verarbeitung von enorm großen Datenmengen gewagt. Beispielsweise können wir mit einem trainierten Text-Mining-Tool auch unstrukturierte Meldungen immer häufiger vollständig bzw. teilweise automatisiert verarbeiten. Das ist bei rund 2,3 Millionen Meldungen im Jahr ein großer Fortschritt. 

In diesem Jahr konnten wir auch erfolgreich mehrere Studien national und international publizieren bis hin zu einer Veröffentlichung im Magazin „Springer Nature“. Und eine Datenbank mit ca. 24 Millionen qualitätsgesicherten Datensätzen macht das LKR NRW zu einem gefragten Partner für Wissenschaft und Forschung. 

An diesem Erfolg sind Sie, unsere Melderinnen und Melder, unsere Kooperationspartnerinnen und – partner in Wissenschaft und Forschung sowie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entscheidend beteiligt. 

Dafür möchten wir uns herzlich bei Ihnen bedanken, für die gute Zusammenarbeit und für das entgegengebrachte Vertrauen.

Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachten sowie ein gesundes und glückliches neues Jahr 2025.

Dr. Andres Schützendübel                                           Univ.-Professor Dr. med. Andreas Stang, MPH
Geschäftsführer                                                              Ärztlicher Leiter


Jahresrückblick 2024


Das Landeskrebsregister NRW in Zahlen auf einen Blick:

24

Millionen Meldungen in der Datenbank

2,3

Millionen Meldungen in einem Jahr

1.800

Auswertungsbögen versandt

1.600

Meldungsübersichten versandt

1.119

Aktive Meldestellen, Praxen, Medizinische-Versorgungszentren

300

Aktive Meldestellen Krankenhäuser

29

Melderschulungen-Fachwissen

4

Melderschulungen-Grundwissen

17

Forschungsprojekte in progress

7

Publikationen

6

Drittmittel geförderte Forschungsprojekte

4

Qualitätskonferenzen, jeweils zwei pro Regierungsbezirk

1

Landesqualitätskonferenz mit 100 Teilnehmer/innen 
vor Ort und im Livestream

Studie in Springer Nature veröffentlicht

Der Artikel zu „Mortality from prostate cancer in the years 2007-2021 in North Rhine-Westphalia, Germany“ wurde Ende August 2024 in Springer Nature veröffentlicht.

Für diese Studie wurden Daten des Landeskrebsregisters NRW für die Jahre 2007 bis 2021 verwendet. In Deutschland unterliegen Diagnose, Behandlung und Verlauf von Krebserkrankungen seit 2005 der gesetzlichen Meldepflicht durch medizinische Leistungserbringer. Der Datenbestand des Landeskrebsregisters NRW bildet eine Bevölkerung von circa 18 Millionen Einwohnern ab. Die Vollständigkeit des Registers wird in Bezug auf Neuerkrankungen über alle Entitäten hinweg auf über 90 Prozent geschätzt. Hier geht es zum Artikel.


Poster-Session

Hier finden Sie die Poster zu den aktuellen Studienprojekten im Landeskrebsregister NRW, die bei der 4. Landesqualitätskonferenz gezeigt wurden. 

  • Kombination von PSMA-PET und PROMISE zur Neubestimmung des Krankheitsstadiums und des Risikos bei Patienten mit Prostatakrebs: eine multizentrische retrospektive Studie - hier geht es zum Poster
  • Versorgungsqualität von NSCLC in Nordrhein-Westfalen - hier geht es zum Poster
  • Hitzebedingte Übersterblichkeit unter in Nordrhein-Westfalen Krebserkrankten im fortgeschrittenen Stadium - hier geht es zum Poster
  • Sind Umweltfaktoren assoziiert mit der Inzidenz des Multiplen Myeloms in NRW? - hier geht es zum Poster
  • Plattenepithelkarzinome der Parotis: Primarius oder Metastase? - hier geht es zum Poster

Die Kollegen/innen auf dem Bild sind von links nach rechts: Dr. Christine Eisfeld, Florian Oesterling, Dr. Catherine Real, Dr. Johannes Hüsing 


BRUNA+ Teilnahmeabfrage startet

Bruna+ ist eine Studie zur Brustkrebsnachsorge und wird mit Mitteln der Deutschen Krebshilfe finanziert.

Das Landeskrebsregister NRW wird in diesem komplexen Studiendesign die Universität Bielefeld unterstützen, um Teilnehmerinnen für eine Befragung zu rekrutieren. Hierbei wird das LKR NRW Patientinnen mit einer Brustkrebsdiagnose ab 2016 kontaktieren und fragen, ob Sie an der Befragungsstudie teilnehmen möchten. Der Fragebogen wird bei Teilnahmewunsch im weiteren Verlauf von der Universität Bielefeld verfasst und versendet. Die Befragung wird in deutscher und türkischer Sprache durchgeführt.

Bruna+ befasst sich mit der Brustkrebsnachsorge von Frauen mit dem Ziel, die Inanspruchnahme von Nachsorgeleistungen zu analysieren sowie Nachsorgeerfahrungen zu erfassen. Hier finden Sie weitere Informationen.


Studie zum Endometriumkarzinom

Das Endometriumkarzinom (EC) ist eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen bei Frauen in den westlichen Ländern.

Ziel dieser Studie war es, Daten zur Behandlung von Patientinnen in Deutschland über zwei Jahrzehnte hinweg auszuwerten, um die Entwicklung und Wirkung von Operation, Bestrahlung und Chemotherapie zu bewerten. Diese retrospektive Registerstudie umfasste 34.349 Patientinnen mit EC, die zwischen 2000 und 2020 diagnostiziert wurden. Die Patientinnen wurden in fünf Risikogruppen eingeteilt. Das Gesamtüberleben wurde mit der Kaplan-Meier-Methode sowie mit der univariablen und multivariablen Cox-Regression analysiert, um Risikofaktoren und Behandlungsoptionen zu bewerten. Hier geht es zur Studie.


Nasennebenhöhlenkrebs in Deutschland

Neues wissenschaftliches Papier in PubMed veröffentlicht. 

Die Studie zu „Nasennebenhöhlenkrebs in Deutschland: Daten zu Inzidenz und Überleben aus einem bevölkerungsbasierten Krebsregister“ basiert auf bevölkerungsbezogene Daten zu PSC, die zwischen dem 1. Januar 2009 und dem 31. Dezember 2019 diagnostiziert und vom Deutschen Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) abgerufen wurden. 

Die Berechnungen zur altersstandardisierten Inzidenz und die relativen Überlebensschätzungen nach Geschlecht, histologischem Subtyp, Altersgruppe und T-, N- und M-Stadium wurden vom Landeskrebsregister NRW durchgeführt. Hier geht es zu den Ergebnissen der Studie


LKR NRW beim DGHO

Prof. Stang, ärztlicher Leiter im Landeskrebsregister NRW, und András Szentkirályi, Abteilung Epidemiologie, präsentierten bei der Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) in Basel Vorträge zu aktuellen Studienprojekten mit Krebsregisterdaten. 

Prof. Stang  hat die Studie „Inzidenz und Überlebenswahrscheinlichkeit von Patienten mit neuroendokrinen Neoplasmen der Bauchspeicheldrüse in Deutschland, 2009-2021“ vorgestellt. Dr. András Szentkirályi hielt einen freien Vortrag mit den Forschungsergebnissen zum Thema „Inzidenztrends und relatives Überleben kolorektaler neuroendokriner Neoplasmen“. Das Programm ist verfügbar unter https://www.jahrestagung-haematologie-onkologie.com/.


LKR NRW beim DEUTSCHEN KREBSKONGRESS IN BERLIN

Das LKR NRW ist beim 36. Deutschen Krebskongress (DKK) in Berlin vom 21. – 24. Februar 2024 stark vertreten.

Der DKK ist der größte und älteste Fachkongress zur Krebsdiagnostik und Krebstherapie in Deutschland. In über 300 Sitzungen wird kompakt und intensiv über aktuelle Forschungsergebnisse und die Situation in der Onkologie in Deutschland berichtet. Neben medizinischen Entwicklungen und neuen Therapien werden auch gesundheitspolitische Themen diskutiert. Das LKR NRW war mit verschiedenen Aktivitäten wie Vorträgen, Poster-Präsentationen und Sitzungsleitungen vertreten. 
Hier finden Sie Infos zum deutschen Krebskongress.


Online-Jahresbericht 2022

Der Online-Jahresbericht zum Krebsgeschehen in NRW zeigt detaillierte Auswertungen zu 26 Krebs-Entitäten zu Inzidenz, Prävalenz, Mortalität und Überlebenswahrscheinlichkeit. Der Bericht wurde um die Daten des Diagnosejahres 2022 aktualisiert.

Die folgenden interaktiven Auswertungen sind möglich:

  • Statistiken zu häufigsten Krebsneuerkrankungen und Sterbefällen
  • Auswertungen zu Überleben nach Tumorgröße
  • Regionale Auswertungen für NRW auf Kreisebene zu einzelnen Krebsarten sowie interaktive mouse-over Info-Felder
  • individuelle Datenbankabfrage mit rund 4 Mio. dokumentierten Krebserkrankungen seit 2005.

Probieren Sie es aus, hier geht zum Online-Jahresbericht.


Jetzt auch Datenrückmeldungen

Seit April 2024 bietet das Landeskrebsregister NRW erstmalig flächendeckend die Rückmeldung von Verlaufsdaten an.

Meldepflichtige Einrichtungen können auf Antrag die Daten zu ihren gemeldeten Patienten und Patientinnen anfordern, die von anderen Meldern gemeldet wurden und dem LKR NRW vorliegen.  

„Die Rückmeldung von Verlaufsdatensätzen ist ein wichtiger Meilenstein in der Zusammenarbeit mit den Einrichtungen. Die Informationen über den aktuellen Status der Krebserkrankung der Betroffenen vom LKR NRW zu erhalten, ist vor allem im Rahmen von Zertifizierungen von Krankenhäusern ein enormer Zugewinn für die Zentren“, sagt Dr. Dominique Werner, Abteilungsleiterin der Registerstelle. Weitere Informationen zu Datenrückmeldungen finden Sie hier


Neue Allgemeine Nutzungsbedingungen

Das Landeskrebsregister NRW führt Allgemeine Nutzungsbedingungen ein und erweitert sein Angebot an Online-Anträgen.

In diesem Jahre wurden die folgenden Online-Anträge aktiviert: „Antrag auf Bereitstellung von Verlaufsdaten", „Antrag auf Bereitstellung von Vitaldaten" und „Antrag auf befristete Meldungsunterbrechung".  Alle Anträge enthalten die allgemeinen Nutzungsbedingungen. Die Kenntnisnahme der Allgemeinen Nutzungsbedingungen stellt eine notwendige Voraussetzung dar, um Anträge stellen zu können. 

Die Gestaltung der neuen Anträge orientiert sich dabei am bereits bekannten Aufbau der Anträge für Meldestellen und Personendaten. Hilfetexte an verschiedenen Positionen in den Anträgen erleichtern die Bearbeitung durch die Antragstellerin bzw. den Antragsteller. Zudem wurde als neue Antragsart eine „Aktualisierung" aller Angaben zur einer bestehenden Meldestelle eingeführt.


Meldevergütung erhöht

Der GKV-Spitzenverband, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und die Kassenärztliche Bundesvereinigung haben in einer neuen Vereinbarung die Erhöhung der Meldevergütung festgelegt.

Die Erhöhung der Meldevergütung gilt für alle Meldungen ab dem Leistungsdatum 01. Februar 2024. Denn auf Grundlage von § 65 c Absatz 1 SGB V wird in Deutschland eine flächendeckende Krebsregistrierung umgesetzt. Die Krebsregister-Meldevergütungs-Vereinbarung bestimmt die Höhe und die Voraussetzung der Meldevergütung für die Übermittlung von Daten an die Landeskrebsregister in Deutschland. Hier geht es zu den neuen Vergütungen.


Deutsche Krebsregister e.V.

Aus GEKID e.V. wird Deutsche Krebsregister e.V., ein Verein für die Krebsregistrierung. 

Rund 20 Jahre nach ihrer Gründung erweitert die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID e.V.) ihren Aufgabenbereich. In Zukunft wird der Verein sowohl die Belange der epidemiologischen als auch der klinischen Krebsregistrierung gemeinsam vertreten. Aus GEKID e.V. wird Deutsche Krebsregister e.V. (DKR e.V.).

Dr. Andres Schützendübel, Geschäftsführer des Landeskrebsregisters NRW und Schatzmeister des DKR e.V. erklärt dazu: „Dies ist ein logischer und notwendiger Schritt für die Weiterentwicklung der Krebsregistrierung und die Nutzung von Krebsregisterdaten. In Nordrhein-Westfalen haben wir seit 2016 die klinische und epidemiologische Krebsregistrierung erfolgreich unter einem Dach integriert. D. h. wir registrieren die Daten, die uns gemeldet werden und werten diese dann für klinische und epidemiologische Zwecke aus. Zum Beispiel unser jährlicher Bericht zum Krebsgeschehen in NRW basiert auf der epidemiologischen Auswertung unserer Daten. Gleichzeitig arbeiten wir in unseren Forschungsprojekten auf Grundlage von klinischen Auswertungen. Am Ende ist es entscheidend, welchen Nutzen die Krebsregisterdaten für die Qualitätssicherung der Versorgung und für den öffentlichen Gesundheitsdienst haben. Hier weiterlesen...


Bundeseinheitliche Schnittstellenabnahme

Ab dem 30. Juni 2024 nimmt das Landeskrebsregister NRW und bundesweit alle anderen Krebsregister nur die aktuelle oBDS-Version 3.0.2 an (oBDS onkologischer Basisdatensatz).

Ziel dieser Änderung ist die Schaffung eines bundesweit einheitlichen und strukturierten Verfahrens für die Krebsregistrierung. Um den Umstellungsprozess zu vereinfachen, bieten die klinischen Krebsregister den Softwareherstellern eine länderübergreifende Schnittstellenabnahme an. Sie prüfen eine entwickelte bzw. aktualisierte oBDS-Schnittstelle gemeinsam und geben sie anschließend zentral frei. So sollen mögliche Fehlerquellen in der Entwicklung der oBDS-Schnittstelle ausgeräumt werden, bevor meldepflichtige Einrichtungen damit ihre Krebsregistermeldungen durchführen.

Das Verfahren hilft Zeit zu sparen bei der individuellen Abnahme der Schnittstelle. Weitere Informationen unter Plattform § 65 c.


Kooperation mit HS Gesundheit und LKR NRW

Die Hochschule für Gesundheit (HS Gesundheit) in Bochum und das Landeskrebsregister NRW (LKR NRW) vereinbaren eine Kooperation im Bereich Data Science in der Gesundheitswirtschaft.

Die systematische Auswertung von medizinischen Daten verbessert die Erkennung von Krankheiten, ermöglicht individuell ausgerichtete Therapien und eröffnet neue Heilungschancen. Gesundheitsversorgung und medizinische Forschung sind immer stärker von Informationen abhängig, die aus medizinischen Daten gewonnen werden. (…)

In einer Kooperation bringen die Hochschule für Gesundheit und das Landekrebsregister NRW nun Ausbildung und Anwendung im Kontext von Data Science zusammen. Die Kooperation beginnt zum Wintersemester 2024/25 über gemeinsame Lehrprojekte, die Praktika und Vorträge in Wahlmodulen beinhalten. Weiterlesen...


Überwachungsaudit erfolgreich bestanden

Der Bericht der DQS GmbH attestiert dem LKR NRW eine kontinuierliche Steigerung der Informationssicherheit. Die Informationssicherheitsprozesse wurden verstetigt, dokumentiert und sukzessive weiterentwickelt.

Das LKR NRW wurde nach ISIS12 Version 2.0 von der DQS (Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen GmbH) im Jahr 2022 zertifiziert. Der Zertifizierungsmodus sieht in den beiden Folgejahren ein Überwachungsaudit vor und dann wieder eine neue Zertifizierung. Das Audit in diesem Jahr war sehr erfolgreich. Die Informationssicherheitsprozesse wurden verstetigt, dokumentiert und sukzessive weiterentwickelt. (…)

Dr. Andres Schützendübel erklärt dazu: „Cyberkriminalität ist eine der größten Bedrohungen für das LKR NRW. Die Täter passen sich flexibel an technische Entwicklungen an.  Deshalb gehört die Daten- und Informationssicherheit zur DNA des Landeskrebsregisters NRW. Hier weiterlesen... 


 

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Tel.: 0234 54509-111
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