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LKR Newsletter September 2026 / 40. KW
 

Rückblick auf die 6. Landesqualitätskonferenz 

10 Jahre klinische Krebsregistrierung in NRW: Daten für eine bessere Versorgung

Die klinische Krebsregistrierung in Nordrhein-Westfalen blickt auf zehn Jahre Entwicklung und Fortschritt zurück. Die 6. Landesqualitätskonferenz des Landeskrebsregisters NRW (LKR NRW) machte deutlich, was in dieser Zeit erreicht wurde und zugleich, welche Aufgaben noch vor der klinischen Krebsregistrierung liegen.

In Köln, mit Blick auf den Dom, trafen sich in der vergangenen Woche 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur 6. Landesqualitätskonferenz und rund 100 Interessierte verfolgten die Konferenz im Livestream. Dr. Andres Schützendübel, Geschäftsführer im LKR NRW, führte in seiner Begrüßung aus, dass es im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands in den vergangenen zehn Jahren gelungen ist, eine flächendeckende klinische Krebsregistrierung aufzubauen. Gleichzeitig wurden leistungsfähige Strukturen für ein gut organisiertes Dienstleistungsangebot bezogen auf die Datenrückmeldungen und die Melderschulungen etabliert. Das LKR NRW führt heute sowohl eigene wissenschaftliche onkologische Projekte als auch Forschungskooperationen mit externen Partnern durch. „In zehn Jahren klinischer Krebsregistrierung haben wir in Nordrhein-Westfalen weit mehr als eine große Datenbasis geschaffen: Wir haben eine leistungsfähige Infrastruktur aufgebaut, die aus Daten Wissen macht und damit zu einer besseren Versorgung von Menschen mit Krebs beitragen kann. Jetzt geht es darum, dieses Potenzial noch konsequenter zu nutzen – für Versorgung, Forschung, Patientinnen und Patienten sowie insbesondere für die Gesellschaft“, betonte er. 

Krebsregisterdaten schaffen Wissen: Welche Bedeutung Krebsregisterdaten für die Weiterentwicklung der Krebsversorgung haben, zeigte Prof. Dr. Rita Schmutzler, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, in ihrem Grußwort und ihrem anschließenden Vortrag. Bereits vor mehr als 30 Jahren hatte die Deutsche Krebshilfe darauf hingewiesen, dass Daten zu Diagnose, Behandlung und Krankheitsverlauf eine wesentliche Grundlage für eine optimale Versorgung von Menschen mit Krebs sind. In ihrem Vortrag zu den Chancen und Risiken einer individualisierten, risikostratifizierten Krebsprävention zeigte sie auf, welchen Beitrag Krebsregisterdaten leisten können: Daten helfen dabei, Wissenslücken zu schließen, Forschungsfragen zu beantworten und neue Ansätze für eine gezieltere Prävention und Versorgung zu entwickeln. Hier bitte weiterlesen …


Poster-Session

Die Studien, die bei der Poster-Session vorgestellt wurden, zeigen die Bandbreite der Auswertungsmöglichkeiten von Krebsregisterdaten. Dabei werden sowohl epidemiologische als auch klinische Auswertungen vorgestellt. Die Poster wurden von den folgenden Kolleginnen und Kollegen gezeigt (Namen in der Reihenfolge der Poster):  Dr. Andras Szentkiralyi, Hiltraud Kajüter, Prof. Dr. Kevin Claaßen, Louise Bloch, Dr. Catherine Real.

  • Inzidenz und Überleben bei Krebserkrankungen
    mit unbekanntem Primärtumor (CUP):
    Eine bevölkerungsbezogene Studie mit Daten des LKR NRW
    Hier geht es zum Poster.
     
  • Epidemiologie neuroendokriner Neoplasien
    Hier geht es zum Poster.
     
  • Inzidenz und zeitliche Trends in der Befundung intraduktaler
    und kribriformer Läsionen der Prostata:
    Eine Text-Mining-Analyse anhand von Pathologiebefunden
    des Landeskrebsregisters Nordrhein-Westfalen
    Hier geht es zum Poster.
     
  • KIMONA – KI-basierte Meldungsoptimierung
    für Krebsregister in NRW
    Hier geht es zum Poster.
     
  • Portfolio der Klinischen Auswertungsstelle -
    Angebote für Melderinnen und Melder
    Hier geht es zum Poster.

Bei Systemwechsel bitte beachten

Für ordnungsgemäße Rückmeldungen aus dem Melderportal ist es zwingend erforderlich, dass die Nummer/ID nur eine Patientin bzw. einen Patienten eindeutig identifiziert und nicht mehreren Personen zugeordnet wird.

Die Patienten-Nummer (Patient_ID), die bei einer Krebsmeldung an das LKR NRW übermittelt wird, ist im Rahmen des Datenaustausches von zentraler Bedeutung. Innerhalb einer Meldestelle muss sichergestellt sein, dass eine Nummer/ID nur einen Patienten bzw. eine Patientin eindeutig identifiziert und nicht mehreren Personen zugeordnet wird. Andernfalls kann das LKR NRW eine eindeutige Zuordnung der Meldungen und damit eine ordnungsgemäße Rückmeldung, beispielsweise über das Melderportal, nicht sicherstellen.

Dieser Aspekt muss von Melderinnen und Meldern insbesondere beim Wechsel der Informations- und Dokumentationssysteme (KIS, Tumordokumentation, PVS etc.) sichergestellt werden. Ist dies nicht möglich, müssen durch das LKR NRW neue Meldestellennummern vergeben werden.

Wir empfehlen daher dringend, geplante Systemwechsel oder andere entsprechende Änderungen frühzeitig mit unserer Datenannahmestelle abzustimmen. Bitte übernehmen Sie bestehende Meldestellennummern bei einem Systemwechsel nicht ohne vorherige Abstimmung mit dem LKR NRW in das neue System.

Wir beraten Sie gerne und prüfen die Möglichkeiten. 
E-Mail: antragsmanagement@landeskrebsregister.nrw
Tel.:   0234 54 50 9 111 -1 


LKR NRW veröffentlicht Geschäftsbericht

Das Landeskrebsregister NRW blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück, in dem die Krebsregistrierung kontinuierlich weiterentwickelt wurde. 

Das Landeskrebsregister NRW (LKR NRW) hat seinen Geschäftsbericht für das Jahr 2025 veröffentlicht. Der Bericht gibt einen umfassenden Einblick in die Arbeit, Leistungen und Entwicklungen des Landeskrebsregisters NRW und zeigt die Bedeutung der Krebsregisterdaten für die Qualitätssicherung, Versorgung und Forschung.

Im Jahr 2025 wurden im LKR NRW insgesamt rund 2,3 Millionen Meldungen zu Krebserkrankungen registriert, das entspricht täglich rund 6.500 Meldungen. Des Weiteren wurden 1.800 Auswertungsbögen an Melder und Melderinnen versandt. Perspektivisch ermöglichen diese Auswertungen einen Überblick über die erfolgte onkologische Versorgung in den meldenden Einrichtungen. Darüber hinaus stellt das LKR NRW Krebsregisterdaten für wissenschaftliche Fragestellungen zur Verfügung. Im Berichtsjahr entstanden 12 wissenschaftliche Publikationen und das LKR NRW war mit zahlreichen Beiträgen auf wissenschaftlichen Kongressen vertreten.

„Der Geschäftsbericht ist eine eindrucksvolle Bilanz des vergangenen Jahres. Dafür geht ein großes Dankeschön an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die entsprechend unserem Leitbild „Gemeinsam leisten wir Großartiges“ ihre tägliche Arbeit geleistet haben“, erklärt Dr. Andres Schützendübel, Geschäftsführer des LKR NRW. 

Hier geht es zum Geschäftsbericht als Pdf-Datei oder Flipbook. 


Online-Jahresberichte aktualisiert

Der wohnortbezogene epidemiologische Jahresbericht und der behandlungsortbezogene Jahresbericht wurden um Daten des Jahres 2024 erweitert.

Der epidemiologische Bericht bietet für die Bevölkerung NRWs umfangreiche Informationen zur Inzidenz und zur Überlebenswahrscheinlichkeit für Krebserkrankungen insgesamt sowie nach Krebsart. Außerdem können Faktenblätter zu einzelnen Krebsarten abgerufen werden und Interessierte können eigene Datenabfragen auf der Webseite durchführen.

Seit 2025 bietet der behandlungsortbezogene Bericht interessante klinische Auswertungen zu Tumordaten, Metastasierung und zu den verschiedenen Therapien (Operationen, Strahlentherapien und systemische Therapien). Für die einzelnen Berichtsjahre seit 2018 können diese Informationen zu Neubildungen insgesamt, aber auch zu einzelnen Krebsarten individuell betrachtet werden. In diesem Jahr gibt es noch zwei Neuerungen: es werden hier jetzt auch die Leistungsdaten zum vorangegangenen Jahr sowie Auswertungen zu ausgewählten Qualitätsindikatoren gezeigt. Hier finden Sie unsere Online-Berichte.



LKR NRW gratuliert zur Promotion

Lennart Möller, ehemaliger Mitarbeiter des LKR NRW hat erfolgreich seine Promotion verteidigt. Sein Doktorvater war Prof. Dr. Andreas Stang, MPH, ärztlicher Leiter im LKR NRW. Sein Dissertationsthema war “Seltene Krankheiten im Fokus: Was Registerdaten über Erkrankung und Überleben verraten.”

Seltene Krebsarten stellen die Forschung vor besondere Herausforderungen. Da nur wenige Menschen betroffen sind, fehlen oft ausreichend große Patientengruppen für aussagekräftige Studien. In seiner Dissertation zeigt Lennart Möller, wie bevölkerungsbezogene Krebsregisterdaten dazu beitragen können, wichtige Erkenntnisse über das Auftreten und die Prognose seltener Tumoren zu gewinnen.

Jedes Jahr erkranken Menschen an Krebsarten, die so selten sind, dass einzelne Kliniken nur wenige Fälle behandeln. Dadurch ist es oft schwierig, verlässliche Aussagen darüber zu treffen, wie häufig diese Erkrankungen auftreten oder wie gut die Überlebenschancen der Betroffenen sind. Krebsregister spielen hier eine wichtige Rolle, denn sie erfassen Erkrankungsdaten aus der gesamten Bevölkerung und ermöglichen dadurch Untersuchungen auch zu seltenen Tumorarten. Hier bitte weiterlesen …


Einladung zum CancerQualityHub 2026

Der Deutsche Krebsregister e.V. (DKR) und die Plattform § 65c laden herzlich zum zweiten CancerQualityHub am 26. November 2026 von 13:30 Uhr bis 18:00 Uhr nach Mainz ein. 

Im Mittelpunkt des diesjährigen CancerQualityHub steht das kolorektale Karzinom. Ziel der Veranstaltung ist es, Daten und Ergebnisse zur onkologischen Versorgungsqualität aus den deutschen Landeskrebsregistern zentral zu bündeln und im nationalen Kontext zu diskutieren. Damit bietet die Veranstaltung die Möglichkeit, Unterschiede in der Versorgung sichtbar zu machen, Qualitätsindikatoren zu vergleichen und Ansatzpunkte für Verbesserungen zu identifizieren.

Die Veranstaltung ist kostenfrei und für das Ärztliche Fortbildungsprogramm zertifiziert. 

Der CQH findet dieses Jahr in Mainz statt: 
Landesärztekammer Mainz - Eltzer Hof
Mittlere Bleiche 40
55116 Mainz

Eine Teilnahme ist sowohl in Präsenz als auch digital möglich. Hier geht es zur Anmeldung und zum Programm. 


Gewusst wie

Meldepflichtige Neoplasien, die zu verschiedenen spezifischen Histologiegruppen gehören, werden als verschiedene Primärtumoren angesehen, selbst wenn sie im selben Organ auftreten. Eine Übersicht über die Gruppen maligner Neoplasien (modifiziert nach Berg, JW.Morphologic classification of human cancer) finden Sie in der ICD-O-3, Zweite Revision, 2019 (Abb. 25).


 

VERANSTALTUNGSTERMINE 2026

Alle Termine finden Sie auch in unserem digitalen KALENDER auf einen Blick.
 

MELDERSCHULUNG - FACHWISSEN

Diese Schulungen finden als ZOOM-Webinar statt und beinhalten organ- oder themenspezifische Besonderheiten. Dazu gehören Hinweise zu den anzuwendenden Kodier- und Klassifikationssystemen sowie Regeln und Empfehlungen zur Dokumentation der Meldungen an das Landeskrebsregister NRW anhand von Beispielen.

Melderschulung - Fachwissen zu Ösophagustumoren
am Mittwoch, 07.10.2026, von 13:00 Uhr - 14:15 Uhr 
Hier geht es zur Anmeldung.

Melderschulung - Fachwissen des ZNS
am  Donnerstag, 15.10.2026, von 10:00 Uhr - 11:15 Uhr 
Hier geht es zur Anmeldung.



QUALITÄTSKONFERENZEN: VERSORGUNGSQUALITÄT DES BRONCHIALKARZINOMS  

Die Qualitätskonferenzen des Landeskrebsregisters NRW finden online statt und richten sich an Ärztinnen und Ärzte, die in die internistisch-onkologische Diagnostik, Behandlung und Nachsorge des Bronchialkarzinoms involviert sind. Interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Qualitätsbeauftragte sind ebenfalls herzlich willkommen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltungen steht der Austausch über Auswertungen der im Landeskrebsregister NRW vorliegenden Daten. Die Programme finden Sie unter Anmeldung:

Mittwoch, 07.10.2026 von 15:00 Uhr - 16:30 Uhr 
Hier geht es zur Anmeldung.


 

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