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Zusammenfassung der 6. Landesqualitätskonferenz

10 Jahre klinische Krebsregistrierung in NRW 
Daten für eine bessere Versorgung

Die klinische Krebsregistrierung in Nordrhein-Westfalen blickt auf zehn Jahre Entwicklung und Fortschritt zurück. Die 6. Landesqualitätskonferenz des Landeskrebsregisters NRW (LKR NRW) machte deutlich, was in dieser Zeit erreicht wurde und zugleich, welche Aufgaben noch vor der klinischen Krebsregistrierung liegen.

In Köln, mit Blick auf den Dom, trafen sich in der vergangenen Woche 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur 6. Landesqualitätskonferenz und rund 100 Interessierte verfolgten die Konferenz im Livestream. Dr. Andres Schützendübel, Geschäftsführer im LKR NRW, führte in seiner Begrüßung aus, dass es im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands in den vergangenen zehn Jahren gelungen ist, eine flächendeckende klinische Krebsregistrierung aufzubauen. Gleichzeitig wurden leistungsfähige Strukturen für ein gut organisiertes Dienstleistungsangebot bezogen auf die Datenrückmeldungen und die Melderschulungen etabliert. Das LKR NRW führt heute sowohl eigene wissenschaftliche onkologische Projekte als auch Forschungskooperationen mit externen Partnern durch. „Auch wenn sich die Erfolge sehen lassen können, ist und bleibt die Krebsregistrierung ein Marathon. Deshalb ist es so wichtig, mit wissenschaftlichen Studien den Nutzen der Krebsregistrierung immer wieder deutlich zu machen“, betonte er. 

Krebsregisterdaten schaffen Wissen: Welche Bedeutung Krebsregisterdaten für die Weiterentwicklung der Krebsversorgung haben, zeigte Prof. Dr. Rita Schmutzler, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, in ihrem Grußwort und ihrem anschließenden Vortrag. Bereits vor mehr als 30 Jahren hatte die Deutsche Krebshilfe darauf hingewiesen, dass Daten zu Diagnose, Behandlung und Krankheitsverlauf eine wesentliche Grundlage für eine optimale Versorgung von Menschen mit Krebs sind. In ihrem Vortrag zu den Chancen und Risiken einer individualisierten, risikostratifizierten Krebsprävention zeigte sie auf, welchen Beitrag Krebsregisterdaten leisten können: Die Daten helfen dabei, Wissenslücken zu schließen, Forschungsfragen zu beantworten und neue Ansätze für eine gezieltere Prävention und Versorgung zu entwickeln.

Wie groß dieses Potenzial ist, wurde auch im Vortrag von Dr. Peter Ihle zum Projekt „PreFo“ deutlich. Im Mittelpunkt stand die Verknüpfung von Krebsregisterdaten mit Kranken- und Rehabilitationsdaten. Das Matching eröffnet neue Möglichkeiten für die Forschung, stellt die Beteiligten aber zugleich vor erhebliche technische und methodische Herausforderungen. Geeignete Verfahren zu entwickeln und große Datenmengen sinnvoll miteinander zu verknüpfen, braucht Zeit und sorgfältige wissenschaftliche Arbeit. Daran knüpfte auch der Vortrag von Prof. Dr. Andreas Stang an. Er zeigte auf, wie Krebsregisterdaten dazu beitragen können, die Qualität der onkologischen Versorgung auf Ebene der Gebietskörperschaften zu untersuchen und regionale Unterschiede sichtbar zu machen.

Der Mensch hinter den Daten: Für einen besonderen Perspektivwechsel sorgte Moderator Prof. Christopher Baethge. Mit einer Geschichte über die Schriftstellerin Maxie Wander lenkte er den Blick weg von Daten und Qualitätskennzahlen hin zu dem Menschen, um den es letztlich geht: der Patientin und dem Patienten. Das Schicksal von Maxie Wander, die bereits im Alter von 44 Jahren an Brustkrebs starb, machte eindrucksvoll deutlich, warum Fortschritte in der Krebsforschung und eine verlässliche Datengrundlage so wichtig sind. Seit den 1970er-Jahren hat sich die Behandlung von Brustkrebs und vielen anderen Krebserkrankungen erheblich weiterentwickelt. Was heute möglich ist, wäre ohne wissenschaftliche Erkenntnisse und die dafür notwendigen Daten nicht denkbar.

Die 6. Landesqualitätskonferenz hat gezeigt, dass die klinische Krebsregistrierung in NRW in zehn Jahren viel erreicht hat. Gleichzeitig bleibt die Aufgabe bestehen, die vorhandenen Daten weiter und intensiver für Forschung, Qualitätssicherung und die Weiterentwicklung der onkologischen Versorgung nutzbar zu machen. Denn hinter jedem Datensatz steht ein Mensch und Ziel der Krebsregistrierung ist es, die Versorgung dieser Menschen weiter zu verbessern.

Die Studien, die bei der Poster-Session vorgestellt wurden, zeigen die Bandbreite der Auswertungsmöglichkeiten von Krebsregisterdaten. Dabei werden sowohl epidemiologische als auch klinische Auswertungen vorgestellt. Die Poster wurden von den folgenden Kolleginnen und Kollegen gezeigt (Namen in der Reihenfolge der Poster): Hiltraud Kajüter, Dr. Andras Szentkiralyi, Prof. Dr. Kevin Claaßen, Louise Bloch, Dr. Catherine Real.

  • Epidemiologie neuroendokriner Neoplasien
    Hier geht es zum Poster.
     
  • Inzidenz und Überleben bei Krebserkrankungen
    mit unbekanntem Primärtumor (CUP):
    Eine bevölkerungsbezogene Studie mit Daten des LKR NRW
    Hier geht es  zum Poster.
     
  • Inzidenz und zeitliche Trends in der Befundung intraduktaler
    und kribriformer Läsionen der Prostata:
    Eine Text-Mining-Analyse anhand von Pathologiebefunden
    des Landeskrebsregisters Nordrhein-Westfalen
    Hier geht es zum Poster.
     
  • KIMONA – KI-basierte Meldungsoptimierung
    für Krebsregister in NRW
    Hier geht es zum Poster.
     
  • Portfolio der Klinischen Auswertungsstelle -
    Angebote für Melderinnen und Melder
    Hier geht es zum Poster.