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Rückblick

20 Jahre Krebsregistrierung für NRW 
Eine Erfolgsgeschichte für die onkologische Forschung und Versorgung

Die 5. Landesqualitätskonferenz hat unter dem Motto „20 Jahre Krebsregistrierung für NRW“ einen weiten Bogen von den Anfängen bis zum heutigen Leistungsstand der Krebsregistrierung gespannt. 

Die Veranstaltung fand auf dem HAFENdach in Münster statt. In der fünften Etage der VRR Bank genossen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen spektakulären Blick über Münster und den Hafen. Insgesamt nahmen 75 Personen vor Ort sowie rund 90 weitere via Zoom teil.

Grußwort des Ministers Karl-Josef Laumann
Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales
Zu Beginn übermittelte Minister Karl-Josef Laumann (Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales) in seinem Grußwort die Glückwünsche des Landes Nordrhein-Westfalen. Er betonte dabei die große Bedeutung der Krebsregistrierung für die Gesundheitswirtschaft in NRW.
 

Begrüßung: Dr. Andres Schützendübel
Geschäftsführer Landeskrebsregister NRW
Er ließ in seinem Grußwort 20 Jahre Krebsregistrierung Revue passieren: „Das Landeskrebsregister NRW ist heute das größte Krebsregister in Europa. Wir haben in NRW und in den anderen Bundesländern eine einzigartige Dateninfrastruktur und Datenbasis aufgebaut, die ihresgleichen in Europa, wenn nicht weltweit sucht. Dieses Ergebnis verdanken wir vielen richtigen Entscheidungen in Politik und Gesundheitswirtschaft sowie dem engagierten Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die stetig wachsende Nachfrage aus Forschung und Wissenschaft unterstreicht eindrucksvoll die Bedeutung dieses wertvollen Datenschatzes.“ 

Impulsreferat: Sind Krebsregister wirklich sinnvoll?
Univ.-Prof. Eva Wardelmann, Pathologin und Direktorin des Gerhard-Domagk-Instituts für Pathologie in Münster, stellte in ihrem Impulsreferat die provokante Frage: „Sind Krebsregister wirklich sinnvoll?“. Anhand verschiedener Praxisbeispiele kam sie zu einem klaren Fazit: Ja, Krebsregister sind sinnvoll.

  • Ärztinnen und Ärzte sowie Krankenhäuser profitieren von Auswertungen der Behandlungsergebnisse zum Qualitätsvergleich.
  • Die Daten des Krebsregisters verbessern Vorsorge und Versorgung und erhöhen dadurch die Überlebenschancen.
  • Die Gesundheitspolitik erhält wertvolle Grundlagen für Planung, Finanzierung und Gesetzgebung.
  • Die Wissenschaft nutzt Krebsregisterdaten für Studien, zur Entwicklung neuer Therapien und für Langzeitbeobachtungen.
     

Poster-Session
Die Poster-Session präsentierte Projekte und Studien aus dem Landeskrebsregister NRW. Die Themen reichten von Datennutzungsmodellen bis hin zu klinischen Auswertungen.
Die folgenden 5 Themen wurden präsentiert:  

  • Datennutzungsmodelle des Landeskrebsregisters NRW (Präsentation)
  • Kardiovaskuläre Mortalität nach Brustkrebserkrankung (Präsentation)
  • Pulmonale neuroendokrine Neoplasien – Inzidenztrends und Überleben basierend auf deutschen Registerdaten (2008–2023) (Präsentation)
  • Epidemiologie -HPV-assoziierter Oropharynxkarzinome (Präsentation)
  • Bewertung der Versorgungsqualität anhand von Therapieempfehlungen aus der S3-Leitlinie zum Magenkarzinom (2019) (Präsentation)
     

Fachvorträge und Diskussionen
PD Dr. Daniel Medenwald, Facharzt für Strahlentherapie und Leiter der Universitätsklinik für Strahlentherapie des Universitätsklinikums Magdeburg, zeigte in seinem Vortrag „Krebsregisterdaten aus Sicht des Strahlentherapeuten“, dass die Strahlentherapie in vielen Fällen ein alternatives Verfahren zur Operation sein kann, z. B. bei Prostata- oder Lungenkarzinomen.

Univ.-Prof. Andreas Stang, MPH; ärztlicher Leiter des Landeskrebsregisters NRW, stellte mit seinem Beitrag „Neue Ansätze in Qualitätssicherung und Versorgungsforschung“ einen innovativen Ansatz vor. Dabei geht es um die Identifikation von Regionen mit der jeweils höchsten, medianen und niedrigsten Überlebenswahrscheinlichkeit bestimmter Entitäten. Auf Grundlage von Berechnungen ausgewählter Qualitätsindikatoren (S3-Leitlinien) könnten statistisch auffällige Signale genutzt werden, um mit Versorgern in der jeweiligen Region ins Gespräch zu kommen, um die unterschiedlichen Ergebnisse zu verstehen. 
 

20 Jahre Krebsregistrierung in NRW
Ein besonderes Highlight war die Interviewrunde im Anschluss an den Einspieler des neuen Imagefilms des LKR NRW. Da die Krebsregistrierung vor 20 Jahren in Münster ihren Anfang nahm, kamen mit Univ.-Prof. Hans-Werner Hense und Dr. Oliver Heidinger zwei ehemalige und der aktuelle ärztliche Leiter, Univ.-Prof. Andreas Stang, MPH, zu Wort.

Prof. Hense und Dr. Heidinger berichteten unterhaltsam von den Herausforderungen der Anfangsjahre und betonten, dass das persönliche und fachliche Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entscheidend für den Erfolg und die Weiterentwicklung der Krebsregistrierung war und ist. Mit dem Landeskrebsregistergesetz NRW (2016) wurde die rechtliche und organisatorische Grundlage geschaffen. Heute steht ein Datenschatz zur Verfügung, der von Prof. Stang gezielt für die Versorgungsforschung genutzt wird, um die Behandlung von Krebspatientinnen und Krebspatienten kontinuierlich zu verbessern. Aber auch die Gesundheitswirtschaft arbeitet mit den Daten des LKR NRW. Damit erfüllt das LKR NRW einen zentralen Bestandteil seines hoheitlichen Auftrags.
 

Fazit
In den Diskussionen wurde deutlich, wie wichtig ein „langer Atem“ für den nachhaltigen Fortschritt der Krebsregistrierung ist. Es wurde auch deutlich, dass die Krebsregistrierung ein wichtiger Baustein im öffentlichen Gesundheitswesen nicht nur als Datenquelle, sondern auch als Innovationsmotor für die Entwicklung von Prozessen zur Verarbeitung und Auswertung von Gesundheitsdaten geworden ist. Die fachkundige und zugleich unterhaltsame Moderation von Prof. Baethge trug wesentlich zum Gelingen der Konferenz bei.