PUBLIKATIONEN
Das LKR NRW erfasst fortlaufend und flächendeckend Daten zum Auftreten, zur Behandlung und zum Verlauf von Krebserkrankungen. Diese Daten werden wissenschaftlich ausgewertet, publiziert und externen Forschenden für onkologische Forschungsprojekte zur Verfügung gestellt.
Mit einer Bezugsgröße von rund 18 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern in Nordrhein-Westfalen ist das LKR NRW das größte Krebsregister Europas. Bereits aufgrund dieser Größe können auch seltene Krebsarten beforscht werden. Die folgenden Studien-Beispiele veranschaulichen die Bandbreite der Forschungsprojekte.
Seltene Formen von Darmkrebs - Studie zur Inzidenz und zum Überleben kolorektaler neuroendokriner Neoplasienen. Eine bevölkerungsbasierte Studie anhand von Daten der deutschen Krebsregister.
Kolorektale neuroendokrine Neoplasien (NEN) sind eine vielfältige Gruppe von Tumoren, die sich in gut differenzierte neuroendokrine Tumoren (NET), schlecht differenzierte Karzinome (NEC) und gemischte Formen (MiNEN) unterteilen. In einer Analyse von 12.602 Fällen aus Deutschland (2009–2021) lagen 59 % der Tumoren im Rektum.
Die Häufigkeit von NET nahm zu, insbesondere bei unter 55-Jährigen, ebenso die von MiNEN, während NEC konstant blieben. NET zeigten ein hohes 5-Jahres-Überleben (bis zu ca. 96 %), während NEC deutlich schlechtere Prognosen hatten (ca. 20 %). Der Anstieg der NET wird unter anderem auf bessere Diagnostik, Screening und geänderte Klassifikationen zurückgeführt. Hier geht es zur Studie …
Mit Daten von mehr als 41.000 Patientinnen und Patienten aus deutschen Krebsregistern untersucht die Studie, ob ältere Patientinnen und Patienten mit Kolonkarzinom im UICC-Stadium-III von einer adjuvanten Chemotherapie profitieren.
Die Ergebnisse zeigen, dass ältere Patientinnen und Patienten deutlich seltener eine Chemotherapie erhalten als jüngere (28 % gegenüber 64 %). Wenn sie jedoch behandelt werden, ist ihr Überleben deutlich besser: Das 5-Jahres-Überleben liegt mit Chemotherapie bei 62 %, während es ohne Behandlung nur 42 % beträgt. Die Analysen bestätigen einen Überlebensvorteil sowie ein geringeres Rückfallrisiko durch Chemotherapie – und das auch im höheren Alter. Die Studie spricht dafür, die adjuvante Chemotherapie auch bei über 75-Jährigen sorgfältig in Betracht zu ziehen. Hier geht es zur Studie …
Studie zu Neoplasien der Speiseröhre und des ösophagogastralen Übergangs in Deutschland (2009-2023)
Der Einfluss der Graduierung neuroendokriner Tumoren (G1–G3) der Speiseröhre auf die Prognose konnte bis vor kurzem aufgrund begrenzter Daten nicht beurteilt werden. Jetzt konnten alle Krebsregisterdaten aus Deutschland (83 Millionen Einwohner) genutzt werden, um eine möglichst große Patientenkohorte mit diesen Tumoren zusammenzustellen. Hier weiterlesen …
Eine Studie zu Neoplasien des Harntraktes wurde jetzt veröffentlicht.
Die Analyse von Daten des Landeskrebsregisters Nordrhein-Westfalen zeigt Kennzahlen zur Inzidenz und zum Überleben von malignen Harntraktneoplasien nach Tumormerkmalen wie Histologie, Topographie und Tumorstadium. Es wurden Fälle der Diagnosejahre 2008 bis 2022 epidemiologisch ausgewertet. Hier weiterlesen …
Eine Analyse des LKR NRW zeigt histotyp-spezifische Inzidenz und Überlebensrate von Urothelkarzinomen.
Ziel dieser Studie war es, die Inzidenz und Überlebensrate von Urothelkarzinomen (UC) und nicht-urothelialen Tumorarten zu bewerten. Das primäre Ziel bestand darin, die Inzidenz und Überlebensrate von reinen UC- und Nicht-UC-Tumorarten zu bestimmen.
Maligne invasive Harnkrebserkrankungen des Urothelials, die zwischen 2008 und 2022 diagnostiziert wurden, wurden über das Krebsregister Nordrhein-Westfalen identifiziert und gemäß der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 2016 (vierte Auflage) klassifiziert. Die Auswertung konzentrierte sich auf reine Tumorarten. Hier weiterlesen…

