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Aktuelle Meldungen

WHO aktualisiert Europäischen Kodex gegen Krebs

14 Empfehlungen für wirksame Krebsprävention

Deutsche Krebshilfe und DKFZ fordern konsequente Präventionspolitik

Bonn/Heidelberg (ast) – Pünktlich zum Weltkrebstag liegt die aktualisierte, fünfte Auflage des Europäischen Kodex gegen Krebs in deutscher Sprache vor. Der Kodex wird von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO veröffentlicht und enthält 14 wissenschaftlich fundierte Handlungsempfeh-lungen, mit denen Menschen ihr persönliches Krebsrisiko senken können. Erst-malig beinhaltet der Kodex auch konkrete Handlungsempfehlungen für politi-sche Entscheidungsträger. Die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Krebsfor-schungszentrum (DKFZ) fordern, dass Deutschland seine Präventionspolitik stär-ker an den Empfehlungen der WHO ausrichtet, um das Potenzial der Krebsprä-vention auszuschöpfen.


Prof. Dr. med. Dr. h.c. Michael Baumann, Vorstand des DKFZ: „Allein im Jahr 2023 erhielten rund 520.000 Menschen in Deutschland die Diagnose Krebs. Zwei von fünf dieser Erkrankungen wären durch gesundheitsbewusstes Verhal-ten vermeidbar gewesen. Viele der Schicksale könnten durch Prävention und Früherkennung verhindert oder deutlich abgemildert werden. Der Europäische Kodex gegen Krebs bündelt wissenschaftlich gesicherte Empfehlungen und ist damit ein unverzichtbares Instrument für alle, die ihre Gesundheit aktiv schüt-zen wollen. Dass der Kodex nun erstmals auch die Politik in die Pflicht nimmt, begrüßen wir sehr.“


Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe: „Krebsprävention ist mehr als eine individuelle Aufgabe. Es bedarf einer Gesetzgebung, die ge-sunde Lebensräume für alle schafft. Prävention und Gesundheitsförderung müssen deshalb ein zentraler Bestandteil politischer Strategien sein. Das Wis-sen ist vorhanden – wir müssen das enorme Präventionspotenzial endlich nut-zen! Wir werden nicht müde, die Politik aufzufordern, aktiv zu werden. Davon würde jeder und jede einzelne sowie die Gesellschaft als Ganze profitieren.“


IARC verschärft bisherige Präventionsempfehlungen Ein krebsvorbeugender Lebensstil beinhaltet unter anderem den Verzicht auf Tabak, eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, ein gesundes Körpergewicht sowie Schutz vor UV-Strahlung. Einige Empfehlungen hat die IARC erweitert bzw. verschärft: So warnt der Kodex nun auch vor dem Konsum von E-Zigaretten und Vapes. Zudem raten die Autoren zum vollständigen Ver-zicht auf Alkohol sowie auf die Nutzung von Solarien.


Erweiterung auf 14 Empfehlungen Statt zwölf umfasst der Kodex nun 14 Handlungsempfehlungen, die Menschen helfen, ihr Krebsrisiko zu verringern. Erstmalig hat die IARC Umweltverschmut-zung als Faktor aufgenommen. Der Kodex empfiehlt beispielsweise, sich mit Bus und Bahn sowie zu Fuß und mit dem Fahrrad fortzubewegen, anstatt das Auto zu nutzen, oder auf Feuerstätten in Innenräumen zu verzichten.


Zwei separate Empfehlungen richten sich an Frauen. Für junge Mütter gilt: Möglichst langes Stillen senkt das Risiko für Brustkrebs. Frauen mit Beschwer-den in den Wechseljahren sollten eine Hormonersatztherapie nur nach ärztli-cher Rücksprache und so kurz wie nötig einsetzen.
Staat trägt Verantwortung, gesundes Verhalten zu fördern In der fünften Auflage richtet sich die IARC mit dem Krebskodex erstmals aus-drücklich an die Politik. Sie fordert wirksame gesetzliche Maßnahmen, damit gesunde Entscheidungen im Alltag leichter fallen. Dazu gehören unter ande-rem höhere Steuern auf Tabak- und Nikotinprodukte, Alkohol, zuckerreiche Le-bensmittel und stark verarbeitetes Fleisch. Ergänzend sollen Informationskam-pagnen die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken.


Auch beim Impfschutz sieht die IARC eine zentrale staatliche Verantwortung. Sie empfiehlt, Impfprogramme gegen Hepatitis B und humane Papillomaviren auszubauen. Darüber hinaus müssen politische Entscheidungsträger für bes-sere Arbeitsschutzmaßnahmen sorgen, insbesondere bei Menschen, die im Freien oder mit krebserregenden Stoffen arbeiten. Durch kluge Stadtplanung soll zudem die Luftqualität verbessert werden, etwa indem Schulen und Kitas nicht an stark befahrenen Straßen errichtet werden.


Die fünfte Auflage des Europäischen Kodex gegen Krebs finden Sie ab dem 04. Februar 2026 auf Deutsch unter: cancer-code-europe.iarc.who.int
 

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